1. Entstehungsgeschichte
Der Pudelpointer ist eine der ältesten deutschen rauhaarigen Vorstehhunderassen.
Entstanden um 1817 aus einer zufälligen Verbindung des großen kraushaarigen Pudel mit dem englischen Pointer.Zum einen entstanden aus dem zu der damaligen Zeit als jagdlich vorzüglich geltende großen kraushaarigen Pudel mit einer Stöber- und Wasserpassion, seinem Spurwillen und Spurlaut, seiner Intelligenz und Lernfähigkeit, seiner Verlorenbringerfähigkeit und seiner Raubwildschärfe.
Zum anderen aus dem Pointer, als der unübertroffene englische Vorstehhund mit seiner weitern, nie versagenden Nase, dem feurigen Temperament, der enormen Ausdauer, der Schnelligkeit mit raumgreifender Suche und festem Vorstehen. Schlechthin der Hund mit den brillantesten Feldmanieren.So wurde mit Hegewald als gedanklicher Vater dieser Rasse mit anfänglich zufälligen, dann aber ab 1881 mit gezielten Verbindungen die Rasse des Pudelpointers bis heute in die Reinzucht gezüchtet. Der Pudelpointer ist kein Schlag des deutschen Vorstehhundes, welches zeitweilig fälschlicherweise behauptet wird.
Vielmehr ist er als eine rauhaarige Vorstehhunderasse genetisch auf die Ursprungsrassen Pudel und Pointer zurückgehend, völlig isoliert von den anderen deutschen Vorstehhunden entstanden. Der Pudelpointer hat durch den Einfluss Hegewalds zur Gründung des "Deutsch Drahthaar" beigetragen.
2. Aufgabengebiete
Der Pudelpointer wird, wie alle deutschen Vorstehhunderassen als vielseitiger Jagdgebrauchsund für die Feld-, Wasser- und Waldjagd gezüchtet.
Im Feld hat er eine schnelle, raumgreifende pointerähnliche Suche mit feiner, weiter Nase mit festem Vorstehen und ruhigen Nachziehen.
Die Wasserpassion des Pudelpointers ist sprichwörtlich. Ein Pudelpointer mit nur mäßiger Neigung für das nasse Element verdient nicht die Rassebezeichnung.
Auch als Waldhund hat sich der Pudelpointer seit seiner Begründung immer wieder bewährt.
Er wird seit jeher bei der Nachsuche auf Schalenwild erfolgreich geführt, was aus vielen Beispielen erfolgreicher Schweißarbeiten der letzten Jahrzehnte bekannt ist. Als sicherer Verlorenbringer und Lautstöberer hat sich der Pudelpointer einen Namen gemacht.
Obwohl Pudelblut nur zur Gründung der Urstämme verwendet wurde, ist es erstaunlich, wie sich das alte Pudelerbe, das sich äußert in Intelligenz, Dressurfähigkeit, Spurwillen und Spurlaut, Bringfreude, Findigkeit bei der Verlorensuche, Stöberpassion, Wasserfreude und Raubwildschärfe, auch beim heutigen Pudelpointer erhalten hat.
3. Rassestandard
Der Pudelpointer wird einfarbig gezüchtet, wobei kleine weiße Abzeichen, wie z.B. weißer Brustfleck, ohne Belang sind.
Das heutige Zuchtziel ist dunkelbraun. Weitere Farben sind mittelbraun, dürrlaubfarben und schwarz. Das Haar ist knapp bis derb bis derb rauh mit guter Unterwolle. Ausgeprägter Bart mit mindestens angedeuteter Stirnlocke und voller Bauchbehaarung.
Die Rute wird aus tierschutzrechtlichen Gründen kupiert.
Vom Gebäude her ist der Pudelpointer nahezu quadratisch. Rüden haben ein Stockmaß von 60 - 68 cm, Hündinnen von 55 - 63 cm.